Kurzkonzept der Jugendetage
des Ev.-Luth. Gemeindezentrum Mümmelmannsberg
für die Kinder- und Jugendarbeit /Jugendsozialarbeit
Grundlage unserer Arbeit in der Jugendetage sindchristliche, ethische und humane Werte.
Wir gehen davon aus, daß jeder Mensch als Individuum das Recht auf eine freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat. Diese Entfaltung der Persönlichkeit darf nicht durch politische, soziale, religiöse oder finanzielle Gründe behindert werden.
In unserer Arbeit wollen wir dazu beitragen, den Menschen Raum dazu zu geben.
Die Wertschätzung jedes Individuums ist eine wichtige Voraussetzung für diesen Arbeitsansatz.
1. Einleitung
2. Personelle Ausstattung
3. Räumliche Ausstattung
4. Inhaltliche Arbeit
5. Ziele
1. Einleitung

Vor ca. 25 Jahren entstand im Hamburger Osten der Stadtteil Mümmelmannsberg. Dieser Stadtteil ist als typische Großraumsiedlung geplant und gebaut worden.
Durch den sozialen Wohnungsbau und die Bebauungsart leben hier inzwischen ca. 22.000 Menschen. Ein großer Teil dieser Bewohnerlinnen leben am Rand unserer Gesellschaft.
Viele der Familien leben in der zweiten oder dritten Generation von Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit ist ein immer größer werdendes Problem. Jugendarbeitslosigkeit kennen wir hier schon seit Jahren. Neben diesen "äußeren" Problemen werden wir regelmäßig mit Alkohol-, Medikamenten- und Drogenproblemen konfrontiert. Auch die familiären Situationen werden immer schwieriger. Viele Alleinerziehende sind häufig mit den an sie gestellten Aufgaben allein gelassen und überfordert.
Die Zunahme der Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und der Verlust von Regeln und Werten ist bei einem größer werdenden Teil der Jugendlichen in diesem Stadtteil zu beobachten. Gleichzeitig fehlt es vielen Jugendlichen an Zukunftsperspektiven. Hoffnungslosigkeit und Resignation begleiten Jugendliche schon in jungen Jahren. Kinder, Jugendliche und Jungerwachsene wollen an der Gesellschaft und am Wohlstandteilhaben. Die legale Möglichkeit, dies zu tun, ist in unserem Stadtteil immer mehr jungen Menschen genommen. Daher versuchen immer mehr Jugendliche, illegal an diesem Wohlstand teilzuhaben.
Eine Zunahme an psychosozialen und psychomotorischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen sind in den letzten Jahren schon häufiger genannt worden. Zu beobachten ist auch, daß Jugendliche kaum mehr gruppenfähig sind. Gruppen bestehen immer häufiger aus Einzelpersonen, die ihre eigenen Interessen befriedigen wollen und dazu die Gruppe nutzen. Dieses Verhalten spiegelt sich auch in Schulen, Sportvereinen u.ä. wieder.
So haben wir in der letzten Zeit den Eindruck gewonnen, daß auffällige Jugendliche schneller als bisher von Schulen verwiesen werden. Dies hat auf der einen Seite den Vorteil, daß die anderen Jugendlichen in dieser Schule vor diesen Jugendlichen geschützt werden. Die ausgeschlossenen Jugendlichen werden durch solche Maßnahmen jedoch oft noch auffälliger und sind noch schwerer zu erreichen.
Neben den oben beschriebenen Entwicklungen, die nicht zu unterschätzen sind, gibt es hier natürlich auch eine große Gruppe von Jugendlichen, die sich aus gesellschaftlicher Sicht "normal" entwickeln. Diese Jugendlichen erreichen wir mit unserem Angebot jedoch weniger.
Viele dieser Jugendlichen halten sich selten im Stadtteil auf. Hier findet eine immer stärker werdende Orientierung nach außen statt. Diese scheinbar "normalen" Jugendlichen haben aber oft ähnliche Probleme wie oben erwähnt.
Wir denken nicht, daß Mümmelmannsberg mit dieser Entwicklung ein Einzelfall ist. Sicherlich gibt es auch in den ,,besseren" Stadtteilen ähnliche Entwicklungen. Hier haben wir jedoch das Problem, daß diese Entwicklungen stark gehäuft auftreten.
Mit unserer Arbeit wollen wir den Kindern und Jugendlichen in diesem Stadtteil die Möglichkeit geben, alternative Verhaltensweisen zu üben. Wir wollen als Erwachsene ihr Vertrauen gewinnen und ihnen bei Problemen zur Seite stehen.
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2. Personelle Ausstattung

Die Arbeit in der Jugendetage muß mit mindestens zwei vollen hauptamtlichen Stellen durchgeführt werden. Hierbei ist darauf zu achten, daß eine Frau und ein Mann diese Arbeit gemeinsam im Team leisten.
Darüber hinaus ist es notwendig, Honorarkräfte bzw. Nebenamtliche in der Jugendarbeit für die Unterstützung des normalen Angebots bzw. für besondere Angebote finanzieren zu können. Die Bezahlung dieser Kräfte sollte in angemessener Höhe erfolgen können.
Die Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und die Einbindung von Jugendlichen in den Aufbau und den Ablauf der Arbeit muß ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsplanung sein.
Bei ehrenamtlichen Mitarbeitern ist darauf zu achten, daß sie entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten einen Platz in der Jugendarbeit finden. Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, daß diese Jugendlichen bei der Meinungsbildung eingebunden werden. Auf die Begleitung der Ehrenamtlichen ist ein besonderer Schwerpunkt zu legen. Sie bedürfen eines besonderen Schutzes.
Alle Mitarbeiter treffen sich zu gemeinsamen Besprechungen.
Bei der Planung der Arbeit ist auf die Arbeitszeiten und die arbeitsrechtlichen Bedingungen der Haupt- und Nebenamtlichen zu achten.
Die oben genannte personelle Ausstattung der Arbeit ist wichtig, um eine kontinuierliche Arbeit leisten zu können. Krankheit oder Urlaub sollte nicht in jedem Fall zu einer Einstellung der gesamten Arbeit oder von Arbeitsbereichen führen müssen. Für die Arbeit mit jungen Menschen ist ein hohes Maß an Kontinuität unerläßlich. Kinder und Jugendliche sollen hier einen Ort finden, der sich durch Verläßlichkeit auszeichnet. Dies ist eine Erfahrung, die sie in vielen anderen Bereichen nicht machen können.
Für eine offene Arbeit ist es darüber hinaus notwendig, ausreichend mit Personal ausgestattet zu sein, um sich auf die Bedürfnisse jeden einzelnen einlassen zu können.
Für unsere Arbeit in diesem Stadtteil wäre es erforderlich auch einem ausländische/en Mitarbeiter/in im Team zu haben. So könnte besser auf die Bedürfnisse und die Lebenssituation der vielen ausländischen Jugendlichen unserem Stadtteil eingegangen werden.
Die zu beobachtende Zunahme an erhöhten Anforderungen an die Jugendarbeit zieht die Forderung nach sich, daß die Jugendeinrichtungen personell so ausgestattet werden, dass sie diesen Anforderungen begegnen können.
Die regelmäßige Arbeitszeit der hauptamtlichen Mitarbeiter ist von Montag bis Freitag zu leisten. Wochenendfreizeiten, Ferienfahrten und unregelmäßige Sonderaktionen am Wochenende sind Bestandteil der Arbeitszeit.
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3. Räumliche Ausstattung

Die Räumliche Ausstattung der Jugendetage ist als ausreichend zu bewerten. Zwar hat sich, besonders in schwierigen Situationen, die verwinkelte Bauweise der Räumlichkeiten als Nachteil ausgewirkt, insgesamt hat diese Bauweise jedoch den Vorteil, daß Jugendliche die Chance haben sich zurückzuziehen und unter sich zu sein ohne ständig unter Beobachtung zu stehen.
Die fehlenden Außenanlagen sind für die Arbeit sehr hinderlich. Durch die Kandinskyallee, die genau vor der Tür vorbeiführt haben die Jugendlichen keine Chance sich außerhalb der Einrichtung aufzuhalten oder zu spielen.
Die Lage direkt an der U - Bahn hat sich insgesamt als Nachteilig erwiesen. Immer wieder kommt es hierzu Störungen des normalen Betriebes. Zum Teil durch Jugendliche, die nur mal rasch vorbeischauen, zum anderen durch Erwachsene, die den kleinen Vorplatz vor der Jugendetage als öffentliche Toilette mißbrauchen oder die sich vor der Tür zum Verzehr ihrer alkoholischen Getränke treffen.
Auch entsteht in einem Raum für viele Jugendliche der Eindruck ständig beobachtet zu werden. Die Fenster dieses Raumes zeigen direkt zur Straße und werden bei der Nutzung sehr oft von den Jugendlichen mit Gardinen zugezogen. Dadurch ist dieser Raum sehr dunkel.
Der Ausbau und die Gestaltung der Räume werden gemeinsam mit den Jugendlichen unter Berücksichtigung von pädagogischen Gesichtspunkten vorgenommen. Die notwendigen Arbeiten zu Veränderungen in den Räumen (z.B. Streichen, Innenausstattung) werde, soweit es möglich ist, gemeinsam mit den Besuchern durchgeführt. Dies ist ein sehr arbeitsintensiver Aufwand. Die Jugendlichen gewinnen dadurch aber eine enge Bindung an ihre Räume. Der Umgang mit den Räumen ist im Anschluß an solche Aktionen meist bewußter und besser.
Für die Arbeit fehlt der Raum, den die Jugendetage an das Projekt StoB vorübergehend abgegeben hat, sehr. Dies war der einzige Gruppenraum, der bei der minimalen personellen Ausstattung auch während des Offenen Bereiches genutzt werden konnte.
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4. Inhaltliche Arbeit

Die Arbeit in der Jugendetage gliedert sich in mehrere Arbeitsbereiche. Diese Arbeitsbereiche sind als eng miteinander verknüpft und als voneinander abhängig zu verstehen.

In allen Arbeitsbereichen gelten die Regeln:

• keine Gewalt gegen andere (körperlich und verbal)

• kein Konsum oder Handel mit Drogen und Alkohol

• kein Angebot oder Handel mit Diebesgut

• keine Diskriminierung von anderen Besuchern

Folgende Arbeitsbereiche gibt es in der Jugendetage:

Offene Angebote

• Mädchenarbeit

• Gruppenangebote

• Beratung und Einzelfallhilfe für Jugendliche, Jungerwachsene und Eltern

• Aufsuchende Arbeit

• Wochenend- und Ferienfahrten

• Projekte

• Zusammenarbeit / Fachaustausch mit anderen Einrichtungen im Stadtteil und mit überregionalen Einrichtungen

Zu den einzelnen Arbeitsbereichen:

Offene Angebote

Das offene Angebot ist der zentrale Punkt in der Jugendarbeit. Hiermit soll es allen ermöglicht werden, die Einrichtung zu besuchen und erste Kontakte aufzubauen. Ein wichtiger Bestandteil ist der warme Mittagstisch, der während der Öffnungszeiten angeboten wird.
Neben verschiedenen Spielgeräten (Billard, Kicker u.ä.) haben die Jugendlichen hier die Möglichkeit Spiele zu spielen, Freunde zu treffen, Hausaufgaben zu machen, zu klönen u.s.w.
Das offene Angebot soll den Jugendlichen als Treffpunkt dienen. Gleichzeitig besteht hier die Möglichkeit einander kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Die Möglichkeit zu gehen und zu kommen, sich einzubringen oder zurückzuziehen mitzumachen oder nur zuzuschauen ist für Jugendliche sehr wichtig. Sie selbst brauchen zunächst keine Verbindlichkeiten einzugehen, was vielen große Schwierigkeiten bereitet. Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit, Grenzen an- und auszutesten. Für die Arbeit mit Jugendlichen ist dies ein sehr wichtiger Bereich. Ebenso bietet der offene Bereich die Möglichkeit Unternehmungen, Aktionen und neue Ideen gemeinsam zu entwickeln und deren Umsetzung zu planen. So entstehen z. B. viele der Gruppen in der Jugendetage

Mädchenarbeit

Ein wichtiges und unerläßliches Standbein der Jugendetage ist die parteiliche Mädchenarbeit. Denn leider werden Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft immer noch diskriminiert. Gerade hier im Stadtteil spiegelt sich diese Diskriminierung und klare Rollenverteilung, vor allem in der Erziehung, wieder.
So wachsen die Mädchen mit dem eindeutigen Bild auf, daß Frauen sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern haben. Dies wird deutlich, wenn z.B. Mädchen schon in jungen Jahren die Mutterrolle für ihre kleinen Geschwister übernehmen müssen, gekoppelt mit der Erfahrung, daß ihre Wertschätzung davon abhängt, wie gut oder schlecht sie die ihnen zugeteilte Rolle ausfüllen.
Diese strikte Rollenzuweisung macht sich leider auch oftmals unter Jugendlichen selbst bemerkbar. So werden nach wie vor Mädchen, die z.B. Billard spielen von anwesenden Jungen belächelt und gehänselt. Dies hat zur Folge, das sie es lieber gleich lassen. Als Konsequenz hieraus hat es sich die Jugendetage zur Aufgabe gemacht, Mädchen die Möglichkeit zu bieten, ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken und neue Rollen zu erproben.

Hierfür ist die Jugendetage an einem Tag nur für Mädchen geöffnet. Dies bietet den Mädchen die Gelegenheit sich in geschützten und ungestörten Räumen selbst zu erproben und zu entfalten. Wichtig ist hier vor allem die Erfahrung, daß ihre positive Wertschätzung nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft wird.

Neben verschiedenen Mädchengruppen mit unterschiedlichen thematischen Angeboten findet hier auch ein offenes Angebot für Mädchen statt. Hier können Mädchen miteinander ungestört sein. Sie können miteinander reden, ohne das Jungs ständig versuchen dies zu stören oder zu dominieren. Sie können die Angebote der Jugendetage nutzen ohne gehänselt oder genervt zu werden. Das macht sie mit der Jugendetage vertraut, so daß sie ihren Anspruch auf das Angebot in der Jugendetage mit einem stärkerem Selbstbewußtsein vertreten können.
Gespräche über mädchenspezifische Fragen werden an diesem Tag besonders häufig geführt. Sexualität ein Thema, das in vielen Familien nur wenig behandelt wird, ist hier z.B. ein immer wiederkehrendes Thema.
Besonders für Mädchen anderer Nationalität ist der Mädchentag eine wichtige Einrichtung. Oft dürfen diese Mädchen Veranstaltungen mit gemischten Teilnehmern nicht besuchen.
Mädchen haben so die Möglichkeit ein gestärktes Selbstvertrauen, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Der besondere "Schutz" den Mädchen hier genießen erstreckt sich selbstverständliche auch auf die anderen Angebote der Jugendetage.
Diese Arbeit ist in dieser Form nur zu leisten, wenn eine hauptamtliche Mitarbeiterin diesen Arbeitsschwerpunkt leitet. Nur durch ein kontinuierliches und kompetentes Angebot kann mit den Mädchen eine vertrauensvolle Arbeit aufgebaut werden.

Gruppenangebote

Mit den Gruppenangeboten verfolgen wir unterschiedliche Ziele.
Zum einen sollen die Gruppenangebote die von den Jugendlichen geäußerten Bedürfnisse aufnehmen und umsetzen. Zum anderen sollen mit den Gruppenangeboten Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen vermittelt werden.
So besteht z.B. die Möglichkeit hier handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln Fahrradcontainer, Werkstatt). Gleichzeitig ist es ein Ziel der Gruppenarbeit, das Gruppenverhalten der Jugendlichen zu verbessern, psychomotorische oder psychosoziale Störungen aufzufangen oder auch einzelne Jugendliche in ihrem Selbstvertrauen zu stärken.

Beratung und Einzelfallhilfe für Jugendliche, Jungerwachsene und Eltern

Die Beratung und die Einzelfallhilfe nimmt einen großen Bereich in unserer Arbeit ein. Von Jugendlichen geäußerte Probleme und Schwierigkeiten werden hier aufgenommen. In Gesprächen wird versucht, gemeinsam mit dem Jugendlichen Lösungsmöglichkeiten für die Probleme zu entwickeln und deren Umsetzung zu planen. Neben den Einzelgesprächen gehören auf Wunsch auch begleitende Hilfen zu diesem Angebot.
So ergeben sich z.B. Elterngespräche, die nur in Absprache und nach Möglichkeit unter Teilnahme des Betroffenen stattfinden.
Das Schreiben von Bewerbungen gehört hier ebenso dazu wie die Beratung bei Fragen zur Sozialhilfe oder Gespräche bei Partnerschaftsproblemen.
Für den Bereich der die Weitergabe von Informationen betrifft, versuchen wir immer wieder das Multiplikatorenprinzip zu nutzen. Jugendliche werden ermutigt, sich gegenseitig zu unterstützen. Es können z.B. Informationen zur Sozialhilfe oft ebensogut von Betroffenen weitergegeben werden wie von Pädagogen. Auch ermutigen wir die Jugendlichen sich gegenseitig zu begleiten.

Aufsuchende Arbeit

Die aufsuchende Arbeit nimmt in unserem Gesamtkonzept aus zeitlichen Gründen leider nur einen kleinen Rahmen ein. Sie ist notwendig, um zu Jugendlichen, die in der Jugendeinrichtung nur noch selten auftauchen einen Kontakt zu halten und ihnen notwendige Hilfen weiter zukommen lassen zu können.
Ebenso ist es bei Problemen über Auseinandersetzungen mit einzelnen Jugendlichen oftmals nur über die aufsuchende Arbeit möglich, diese Probleme zu besprechen und zu versuchen sie beizulegen. Dies ist in den Räumlichkeiten der Einrichtung bei größeren Differenzen nur selten möglich.
In den Zeiten, in denen es zu Ablösungsprozessen von Jugendlichen kommt, oder in denen wir verstärkt Nachwuchsarbeit machen, kommt dieser Arbeit eine besonders große Bedeutung zu.
Strömungen, Geschehnisse, Veränderungen im Stadtteil werden bei dieser Arbeit eher wahrgenommen.

Wochenend- und Ferienfahrten

Ein fester Bestandteil im Angebot der Jugendetage sind Wochenendfahrten und Ferienfahrten. Hiermit haben die Jugendlichen zum einen die Chance, Urlaub zu machen. Dies ist für viele Jugendliche die einzige Chance, da viele Familien kein Geld haben um eigenen Urlaub zu finanzieren. Selbst bei den schon bezuschußten Teilnehmerbeiträgen für solche Fahrten haben immer mehr Familien das Problem, die Kosten aufzubringen.

Für die Arbeit sind diese Fahrten wichtig, da u.a.:

- Jugendliche untereinander Kontakt bekommen, die sich ansonsten aus dem Weg gehen, oder kaum Berührungspunkte haben
(siehe z.B. gemeinsame Sommerfahrt mit dem Projekt StoB),

- Vorurteile gegen andere abgebaut werden können,

- eine bessere Möglichkeit besteht, Vertrauen zueinander aufzubauen,

- inhaltliche Themen besser besprochen werden können,

- erlebnispädagogische Elemente in die Arbeit einfließen können,

- Zeit ist, um Probleme und Schwierigkeiten zu besprechen

- die Gruppenfähigkeit verbessert wird
Durch das gemeinsame Leben und Erleben entstehen auf solchen Fahrten Bezüge unter den Jugendlichen und zwischen den Pädagogen und den Jugendlichen, die die weitere Arbeit in der Jugendetage maßgeblich positiv beeinflussen.

Projekte

Unter Projekten verstehen wir unter anderem den Fahrradcontainer, Renovierungsarbeiten, Möbelbau, Umbau der Discolichtanlage, Reparaturarbeiten usw. Jugendliche haben hier die Möglichkeit sich an einem gesamten Projekt, von der Planung bis zur Fertigstellung zu beteiligen. Es ist bei diesen Projekten aber auch möglich, nur in einzelnen Abschnitten oder auch nur für kurze Zeit mitzumachen. Jugendliche haben große Schwierigkeiten, langfristige Planungen zu überschauen und durchzuhalten. Mit diesen Projekten geben wir den Jugendlichen die Chance, dies zu erlernen.
Die Idee zu solchen Projekten entsteht oft in gemeinsamen Gesprächen mit Jugendlichen. Die Planung wird so durchdacht, daß viele Jugendliche die Möglichkeit haben, daran mitzuwirken (z.B. im offenen Bereich). Bei der Umsetzung dieser Planung wird wiederum darauf geachtet, daß Jugendliche jederzeit die Möglichkeit haben, an diesen Projekten teilzunehmen.
Daneben haben wir hier die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten an Jugendliche weiterzugeben.

Zusammenarbeit und Fachaustausch mit anderen Einrichtungen im Stadtteil und mit überregionalen Einrichtungen

Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Stadtteil und überregional hat folgende Ziele:

- Austausch über Inhalte und Schwerpunkte der Arbeit

- Austausch über geplante Aktivitäten, Angebote und Projekte

- Austausch über Entwicklungen im Stadtteil

- Planung von gemeinsamen Veranstaltungen

- Zusammenarbeit bei auffälligen Besuchern, die mehrere Einrichtungen im Stadtteilbesuchen

- Erfahrungsaustausch

- lnformationsbörse

- Gegenseitige Unterstützung bei Problemen oder großen Aktionen

- Erarbeiten von politischen Forderungen, die sich aus der praktischen Arbeit ergeben

- Aufzeigen von Entwicklungen im Jugendbereich gegenüber den zuständigen Behörden

Hinzu kommt bei einer überregionalen Zusammenarbeit noch, daß ein Austausch über
Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen stattfinden kann, und die Bedeutung für den gesamten Hamburger Raum überprüft werden kann.
Dadurch kann auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert werden und es können politisch notwendige Forderungen entwickelt werden.
Außerdem ist eine Zusammenarbeit zwischen einzelnen Einrichtungen aus verschiedenen Stadtteilen zum Abbau von Vorurteilen, aber auch zum Austausch unterschiedlicher Arbeitsansätze und unterschiedlicher pädagogischer Professionalität wichtig.
Abschließend ist zu dem Punkt Inhaltliche Arbeit zu sagen, daß der Bereich der Verwaltungstätigkeiten und der Bereich der Organisation von Arbeitsmaterial einen immer größeren Aufwand erfordert. Knapper werdende Mittel und die immer größeren Anforderungen, besonders an kleinere Einrichtungen, im Bereich von Antragstellung und Befragungen erfordern immer mehr Kraft und Zeit der hauptamtlichen Mitarbeiter.
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5. Ziele

Ziele unserer Arbeit sind in den vorangegangenen Ausführungen schon viele enthalten. Wir wollen versuchen, hier noch mal eine kurze Zusammenfassung zu machen.

Wichtig in unserer Arbeit ist:

- Schaffung von Akzeptanz gegenüber anderen Menschen

- Parteiliche Arbeit mit und für Jugendliche

- Abbau von Gewalt

- Hilfe bei der Suche nach Lebensperspektiven und Zukunftsperspektiven

- Vermittlung von Fähigkeiten

- Veränderung im Umgang mit weichen und harten Drogen

- Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

- Aufzeigen von alternativen Verhaltensmustern

- Parteiliche Mädchenarbeit zur Verbesserung der Situationen von Mädchen und Frauen

- Förderung von politischen Verständnis und Förderung der Teilnahme am politischen Leben

- Förderung von Selbstbewußtsein, Selbstwertgefühl, Kritikfähigkeit, Sozialverhalten,Eigenverantwortung

- Hilfe zur Selbsthilfe

- Rhetorische Fähigkeiten aufbauen und einsetzen

- Spaß und Freude im alltäglichen Leben zu finden und zu haben

- Förderung der Fähigkeit zum Aufbau und Erhalt von sozialen Kontakten
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Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kirche in Steinbek, Gemeindezentrum Mümmelmannsberg